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Pflanzenöl: Unbehandelte Pflanzenöle, umgangssprachlich kurz auch als P-Öl bezeichnet, können als Kraftstoff für Dieselmotoren verwendet werden. Sie zählen zu den erneuerbaren
Energieträgern. Aufgrund der höheren Viskosität und der geringeren Cetanzahl gegenüber Dieselkraftstoffen sind in der Regel Umbaumaßnahmen und Anpassungen an Dieselmotoren vorzunehmen. Ein grosser Vorteil der
Verwendung von Pflanzenölen als Kraftstoff ist die neutrale CO2 Bilanz, das heisst, dass bei der Verbrennung im wesentlichen nur die Mengen an CO2 freigesetzt werden, durch die Pflanzen vorher Mithilfe
der Photosynthese aus der Atmosphäre entnommen wurde. Im Zuge der zunehmenden Nutzung als Treibstoff werden Ölpflanzen auch als Energiepflanzen bezeichnet. Es gibt über 2000 Sorten von Ölpflanzen. Auch gefilterte Altöle und flüssige Speisefette können als Kraftstoff verwendet werden. Sie müssen jedoch vor der Nutzung sorgfältig gefiltert und gereinigt werden. Nach Auskunft der Firma Unicar in Aachen halbiert sich in etwa der Ausstoss von Russpartikeln beim Einsatz von P-Öl gegenüber dem von Diesel. Es gibt weniger Emissionen von Feinstaub als bei Dieselbetrieb, ebenso entfallen Verunreinigungen durch Schwefel und Schwermetalle weitgehend. Im Gegensatz zu Biodiesel ist Pflanzenöl ungiftig. Die Gefahr einer Grundwasserverseuchung, die von herkömmlichen Kraftstoffen im Falle des Gelangen in das Erdreich ausgeht, existiert bei P-Öl nicht, da es vollkommen biologisch abbaubar ist. Die Brandgefahr ist vernachlässigbar, da P-Öl durch seinen Flammpunkt von über 250 °C bei Normaltemperatur fast nicht entflammbar oder explosiv ist. Gebrauchtes P-Öl jedoch, z.B. aus Friteusen wird jedoch als grundwassergefährdende Substanz kategorisiert. Lagerung und Verarbeitung erfolgt in Doppelbehälter oder Behälter mit Sicherheitswanne. P-Öl ist mit einem Einzelhandelspreis von 0,79 €/l preiswerter als Diesel und Biodiesel, so dass sich die Investition in einen Motorumbau rentiert. Das Tankstellennetz ist jedoch noch schlecht ausgebaut. Die Alternative, das Tanken von „Salatöl “ aus der 1 Liter Flasche des Einzelhandels ist zwar überall möglich, jedoch etwas umständlich. Zu bedenken ist bei dieser Art des Tankens auch der Aspekt des Umweltschutzes, da für die Herstellung oder das Recycling der Flaschen auch wieder Energie und Ressourcen verbraucht wird. Viele Pflanzenölfahrer haben sich daher einen Vorratsbehälter mit Pumpe zu Hause zugelegt. Die übliche Grösse sind ca. 1000 Liter. Da die Tanks keinen besonderen Sicherheitsanforderungen entsprechen müssen, sind sie bereits für unter 100 € erhältlich.
Biodiesel:
Pflanzenoel, insbesondere Rapsöl ,darf nicht Biodiesel verwechselt werden, welcher auch bei Fahrzeugen als Kraftstoff angewandt wird. Biodiesel (RME) wird auch aus P-Öl hergestellt, wird aber zusätzlich chemisch behandelt (umgeestert), so dass er ohne Umbaumaßnahmen in Dieselfahrzeugen mit speziellen Herstellerfreigaben genutzt werden kann. Bei der "Umesterung" wird jedoch der Energiegehalt von ca. 500ml Diesel pro Liter Biodiesel verbraucht und verschwendet! Ausserdem wird bei der Umwandlung Methanol und Weichmacher zugesetzt, welche für die Aggressivität des Biodiesels und für die Schäden an Einspritzpumpen und Kraftstoffleitungen verantwortlich sind. Der Energieinhalt von Biodiesel ist etwas geringer als bei Rapsöl, d.h. der Kraftstoffverbrauch steigt etwas an. Ziel bei der Entwicklung war, durch Modifikation des Treibstoffs eine grössere Zielgruppe für biogene Kraftstoffe zu gewinnen, ohne grosse Anpassungen an den Motoren vornehmen zu müssen. Aufgrund der negativen Eigenschaften kam es an Fahrzeugen zu Schäden am Motor, Kraftstoffleitungen oder der Einspritzpumpe.
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